Samstag, 22. Juni 2019

Büchernarren

Die Zeitschriften! Die Verlage! Die ganze Schriftstellerbohème! Wann immer die Rede auf Schwabing und das Univiertel kommt, landet man schnell bei der jahrhundertealten literarischen Tradition, vergisst aber gerne, dass all die Druckerschwärze nicht viel mehr als geistreicher Schmutz wäre, wenn es nicht die Leser gäbe, die Büchernarren, die all die Zeitschriften, Verlage, Schriftsteller überlebt haben und bis heute durch die Straßen geistern, Jäger des verlorenen Schatzes, die selbst dieser Tage die Antiquariate durchwühlen und lieber ihre Nase in mühsam gefundenes Papier stecken als den gleichen Content bei Google Books frei Haus abzuschöpfen.

Der Sammler
Er riecht gut, nach Offizier und Gentleman und Knize Ten, trägt einen Oberlippenbart und ist auch sonst nicht von dieser Welt, entstammt vielmehr dem Kosmos Aubrey Beardsleys und der Münchner Secession. Stundenlang vermag er sich über Erstdrucke und Erotica auszulassen, sich selbst dabei sein liebster Zuhörer, und jedes Mal, wenn ich ihn durchs Akademieviertel streifen sehe und wieder ein Jahr verstrichen ist, nehme ich mir aufs Neue vor, ihn mit all seinen Schätzen und Anekdoten in einen Videopodcast zu bannen, wohl wissend, dass die Magie dann dahin wäre und er seinen Reichtum niemals mit einem Kameraobjektiv teilen würde, aber gern mit einer Zufallsbekanntschaft auf der Straße.

Der Händler
Steht selbst in einem Museumsbuchladen, verlegt Kunstpostkarten und verliert sich nichtsdestotrotz nach Feierabend in zwielichtigen Bücherkaschemmen, entdeckt hie einen vergriffenen Bildband, dort ein exotisches Fundstück und muß sich dann ein Taxi bestellen, da er die erworbenen Schätze nicht allein tragen kann.

Der Autor
Koreanische Kunst? Deutscher Sexschund? Für ihn gibt es keine abseitigen Themen, denn Bücher haben eine vom profanen Inhalt befreite Magie. Er kauft französische Originalausgaben, ohne auch nur einen einzigen Satz verstehen zu können, liebt diese unentzifferbaren Werke aber nicht weniger, sondern würde sie sich am liebsten alle unters Kopfkissen stecken, um im Schlaf von ihnen befruchtet zu werden. Was ihn nicht davon abhält, selbst liebgewonnene Pretiosen auf dem Flohmarkt zu verscherbeln, wenn er dringend Geld braucht, um sein Handy wieder zu entsperren. Warum auch nicht, gilt es doch die Magie des Gedruckten wie ein Feuer weiterzureichen.

Dieser Text erschien zuerst in der Oktober-Ausgabe 2009 des Münchner „Spy Magazins“.

Samstag, 18. Mai 2019

Bloß keine öffentlich-rechtliche Schleichwerbung für Kitzinger – die sparsame Variante mit etwas Schwarzfolie.
„München-Mord: Leben und Sterben in Schwabing“ vom 18. Mai 2019 im ZDF.

Sonntag, 24. September 2017

10 Jahre 100 Tage Bücher

Donnerstag, 17. November 2016

Vom Joker geschlagen

Jahrelang stand das ehemalige Versicherungsbüro in der Türkenstraße 27 leer. Für unsere 100 Tage Bücher habe ich mich mal um die Räume bemüht, aber der Vermieter, der Sozialverband der Kriegsversehrten, wollte die Räume nur mit den Büromöbeln drin vermieten. Nun ja, inzwischen haben sie offenbar ihre Meinung geändert und Weltbild erhört... Heute feiert die zweite Münchner Jokers-Filiale dort Eröffnung. Nicht ganz unser Warensortiment, aber immerhin auch Bücher.

Samstag, 20. Februar 2016

Nachtschatten BDSM-/Fetisch-Film-Festival 2016

Natürlich wieder im Münchner Werkstattkino.

Samstag, 26. September 2015

@NeinQuarterly in München

Am 25. September 2015 war Eric Jarosinski aka @NeinQuarterly im Salon G der Münchner Akademie der Bildenden Künste, um sein Buch „Nein. Ein Manifest“ vorzustellen. Lukas Funk hat die Veranstaltung mit seinem Fotoapparat festgehalten.
















Ein paar Stimmen zu #NeinMUC

„Süddeutsche Zeitung“ vom 25. September 2015

LiteraturZeit

Freitag, 25. September 2015

Nein Classics (4)


Donnerstag, 24. September 2015

Nein Classics (3)


Mittwoch, 23. September 2015

Kleine Handreichung für #NeinMUC

Seien Sie nicht überrascht, wenn Sie Freitag abend vor einer dunklen Akademie der Bildenden Künste stehen. Vielleicht kennen Sie sie sonst von den flirrenden Nächten der Jahresausstellungen und Debütanten. Dieses Mal wird Sie der Prachtbau am Siegestor eher an die Burg eines transsilvanischen Fürsten erinnern.
Aber auch wenn Sie wenig Lichter und kaum Menschen erblicken: Rechts, im Ostflügel, dessen Erdgeschoß aufgrund seiner Lage eher wie ein Hochparterre wirkt, werden Sie vielleicht etwas flackern sehen, den Puls des Salon G.
Steigen Sie die Treppe zum Haupteingang des Akademie-Altbaus hoch, oder nehmen sie eine der beiden schwungvollen Auffahrten zur Rechten wie zur Linken.
Durchschreiten Sie todesmutig das abgedunkelte Foyer und wagen Sie sich dann gleich rechts in den Ostflügel, wo sie nach wenigen Metern der Salon G erwartet.
Einlaß wird ab 20 Uhr sein. Der Abend mit @NeinQuarterly und Eric Jarosinski, ja, gehen wir für diese Nacht davon aus, daß es sich dabei um zwei Persönlichkeiten handelt, die Soirée wird gegen 21 Uhr beginnen.
Es gilt first come, first serve. Und so ein Salon ist schnell gefüllt.