100 Tage Bücher on Facebook

Mittwoch, 3. Februar 2010

„Hauptsache auffallen“

„Seinen Pop-Up Store inszenierte er wie ein Event, mit Countdown am Fenster, Twitter-Account und täglichen Blogeinträgen. Auf barer80.blogspot.com zeigte sich der Ladenbetreiber auch schon mal nackig. Hauptsache auffallen.
Seiner Meinung nach müssten Buchhändler umdenken, um konkurrenzfähig zu bleiben: 'Buchhandlungen müssen sich ein Profil geben, um so die Kunden an sich zu binden.' Zuvor hatte er seine Ideen schon mit einigen Ladenbesitzern besprochen. 'Aber die waren ihnen zu durchgeknallt.'
Übersprudelnd erzählt Dorin Popa von seinen Vorstellungen, Buchläden wie Kunstgalerien zu gestalten. 'Mit einem einzigen Buch in der Mitte oder wöchentlichem Umdekorieren und zwar radikal.' Er glaube, dass die Buchhändler alle Marketinggeräte bedienen müssten, um erfolgreich zu sein. 'Der Buchhändler von heute muss eine Internetseite haben, bloggen und twittern.'“

Martina Kollroß in „mucs“, dem „münchen magazin der Jungen Volkshochschule“

Sonntag, 10. Januar 2010

Vorbei, vorbei...

...aber bei Deef im Haus wäre ein Laden frei.

Samstag, 9. Januar 2010

Aus ist's!

Heute letzter Tag

Freitag, 8. Januar 2010

+8

The big Ausräume hat begonnen. Nur noch bis morgen abend geöffnet!

Donnerstag, 7. Januar 2010

+7: Leserin

Mittwoch, 6. Januar 2010

Plus Sex

„Strictly amateur: Die strammsten Riemen. Nice Bastards Imaginarium – Funde aus dem Netz“ heute von 17 bis 19 Uhr bei uns im Laden. Einlaß nur für Erwachsene.

Dienstag, 5. Januar 2010

+5

Schnaps in der Hütte (10): Stolichnaya Vodka

Montag, 4. Januar 2010

+4

Sonntag, 3. Januar 2010

+3

Alles um die Hälfte reduziert! Alles? Nein, nicht alles.

Samstag, 2. Januar 2010

+2

Freitag, 1. Januar 2010

+1

Statt mich in den Laken zu räkeln, bereits wieder im Laden, um eine erste Fuhre zurück ins Frankfurter Zentrallager fertigzustellen.

Donnerstag, 31. Dezember 2009

Nur noch heute?

Vielleicht hätte ich damals doch nicht zu Howie ins Taxi steigen sollen. Denn auch wenn mit dem Jahr die 100 Tage Bücher enden, höre ich wie ein alternder Schlagerbarde nicht auf. Abschiedstournee hin, Abschiedstournee her. Bis nächste Woche geht es also erst einmal wie gehabt weiter, auch wenn wir im Gärtnerplatzviertel und nicht etwa in Punxsutawney, Pennsylvania sind. Samstag letzter Tag, Montag letzter Tag, Dienstag letzter Tag. Am 6. Januar ist geschlossen, wobei wir von 17 bis 19 Uhr eine kleine Ausstellung pornografischer Bilder aus dem Internet präsentieren. Und nach dem Dreikönigstag gibt es noch – mit leicht verändertem Sortiment – einen Ausverkauf. Aber dann ist wirklich Schluß. Erst einmal.

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Noch 2 Tage

Dann wird wieder gesund gelebt.

Dienstag, 29. Dezember 2009

Noch 3 Tage

Verlagsremission des Manuskriptum-Büchertisches (tja, damals durfte ich noch ins Hauptgebäude der LMU)

Montag, 28. Dezember 2009

Noch 4 Tage

Weihnachtsware weggepackt, Remissionen vorbereitet.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Noch 5 Tage

Samstag, 26. Dezember 2009

Noch 6 Tage

Freitag, 25. Dezember 2009

Noch 7 Tage

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Noch 8 Tage

Jetzt, wenn man sie nicht braucht, gibt's freie Parkplätze en masse.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Noch 9 Tage

Bloody Wednesday

Don't mess with the bookseller!

Dienstag, 22. Dezember 2009

Noch 10 Tage

Die Zeit der letzten Male beginnt: Heute war der letzte Arbeitstag unseres Dienstagsmannes, ab morgen ist der Countdown nur noch einstellig, vorbei, vorbei...

Montag, 21. Dezember 2009

Schnaps in der Hütte (9):
Ron Zacapa Solera Reserve

Noch 11 Tage

Sonntag, 20. Dezember 2009

Noch 12 Tage

Samstag, 19. Dezember 2009

Noch 13 Tage

Freitag, 18. Dezember 2009

Noch 14 Tage

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Noch 16 Tage

Nachdem Arno Heß neulich zufällig bei uns im Laden aufgeschlagen ist, habe ich gleich den von ihm 1985 verlegten Bildband „Eigensichten“ herausgeholt, in dem Fotograf Chuck Sauermann Münchner B- und C-Promis zu Selbstporträts vor die Kamera gelockt hatte.
Wobei B- und C-Promis damals nicht etwa Fußballergattinnen, Schmuckdesignerinnen und Container-Bewohner waren, sondern eher Klein- und Lebenskünstler.
Klaus Lemke hatte damals noch Haare, Michael A. Konitzer nicht sonderlich schicke Boxershorts, Ottfried Fischer gefühlte 100 Kilo weniger, Jens Poenitsch auf Don Juan gemacht, Thomas Veszelits bereits einen Schuhfetisch, Bonger Voges noch in München gelebt.
Am drolligsten finde ich aber die Bilder einer kaum wiederzuerkennenden Christine Neubauer, die ein völlig wirrer Text begleitet:
„Ich kann über meine Person nur das sagen, was ich, wie ich glaube, bin und ich versuch's ohne das, was ich manchmal sein möchte, oder meine Umwelt mir sagt, daß ich bin. Wobei ich mit diesen Stichworten nie mein ganzes Ich, sondern mir Teile treffe, die ich auch durch die Fotos sehen wollte.
Ich will damit für meine Umwelt nichts ausdrücken, ich wollte nur optisch erfahren 'das bin ich', wenn ich offen bin oder wenn ich agressiv bin. Dabei hab ich mich bemüht, ehrlich in mich hineinzuhorchen – das war auch ein Grund, warum ich das gemacht habe.
Also wenn ich jemandem meine Person erklären will, könnte ich ihm auch die Bilder zeigen.“

Dienstag, 15. Dezember 2009

Noch 17 Tage

Für mich privat bestellt, aber plötzlich will es jeder haben...

Montag, 14. Dezember 2009

Noch 18 Tage

Ein bißchen was in der Gasse aufgebaut, jetzt kann der Dienstagsmann ausnahmsweise auch diesen Montag übernehmen, während ich mich in Tutzing dem Journalismus im Internetzeitalter widme.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Noch 19 Tage

Samstag, 12. Dezember 2009

Arno Hess: Besuch aus der Vergangenheit

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, daß es sich auch ohne Arbeit proper leben läßt, dann stand er heute leibhaftig bei mir im Laden: Arno Hess hatte sich auf der Suche nach einem Kalender für seinen Freund Paco zu mir verirrt und ich habe den ehemaligen Verleger der 1977 gegründeten „Münchner Stadt-Zeitung“ und Veranstalter diverser Messen sofort erkannt, sah er doch mit immerhin 67 keinen Deut älter aus als vor etwa zwanzig Jahren, als er sein Medien- und Messereich verkauft hatte, um mit Paco nach Spanien zu ziehen. (Und jetzt, wo er gestern seine letzte Münchner Wohnung verscherbelt hat, wird man ihn wohl auch kaum mehr wiedersehen.)
Wahrscheinlich muß ich Arno Markowsky ausnahmsweise dankbar sein, denn wenn der „AZ“-Chefredakteur seinen ehemaligen Auftraggeber heute nicht einfach versetzt hätte, wäre er wohl kaum zu mir in den Laden gelangt.

Noch 20 Tage

Freitag, 11. Dezember 2009

Franz Josef Wagners brisanteste Geschichte

Natürlich lag es in einer der letzten Bananenkisten, in jenem unscheinbaren Karton, der wohl bereits seit den ersten Tagen im hintersten Winkel des Buchladens lag, zwischen Franz-Josef Degenhardt („Laßt nicht die roten Hähne flattern“) und Werner W. Diefenbachs „Amateurfunk-Handbuch“, in einer jener Kisten, denen man sich erst Monate später widmet, wenn es draußen graut und schneit, drinnen trotz Vorweihnachtszeit kein Kunde stöbert und man eher zufällig, denn instinktiv auf Schatzsuche geht. Die letzte Kiste also. F.J. Wagner. „Big Story“. Ein Allerweltsname, aber bei dem Titel klare Sache. Franz Josef Wagner. Der Gossen-Goethe und Kurzstreckenmeister der zwei Dutzend Post-Zeilen hat also ein ganzes Buch geschrieben, 320 Druckseiten, sogar mehrere, etwa „Das Ding“, „Boris“ (nicht ein- und dasselbe!?). „Es war die brisanteste Geschichte, die sie je gehört hatten – heiß wie die Sonne Afrikas, wo sie ihr Leben riskierten für die Big Story“, lockt der Titel. Und das Buch endet: „Was er da wieder dachte. Was für einen Scheiß er dachte. Er mußte aufhören zu denken. Für allemal. Jetzt.“ Jeden sich anbietenden Kalauer erspare ich mir. Jetzt.

Schnaps in der Hütte (8): Jägermeister to go