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Mittwoch, 27. Januar 2021

Sind Bücher vermeidbarer Abfall? Für die Stadt München offenbar schon

 

Gerade in München, einer der wichtigsten Verlagsstädte, wundert einen dieses Statement schon. AWM, der städtische Abfallwirtschaftsbetrieb München, dessen Erste Werksleiterin Kristina Frank (CSU) ist, die letztjährige OB-Kandidatin, plädiert dafür, keine Bücher mehr zu kaufen, sondern sie nur noch in den Stadtbüchereien auszuleihen… Als ob es der herstellende wie vertreibende Buchhandel in diesen Zeiten nicht schon pandemiebedingt schwer genug hätte. Letzten Sommer verteidigte Kommunalreferentin Frank den Einwegmüll der To-Go-Gastronomie noch mit den Bedürfnissen der Gastronomie in Corona-Zeiten und den Berührungsängsten der Gäste vor Mehrweggeschirr. 

Update: Der unglaubliche Tweet, der auch bei Branchenvertretern „Entsetzen und Unbehagen“ auslöste, ist inzwischen gelöscht worden.

Montag, 12. Januar 2015

R.I.P. Lionel von dem Knesebeck


Das auf der Trauerfeier am 12. Januar 2015 in der Allerheiligen-Hofkirche, München, verteilte Sterbebild des Literaturagenten und früheren Pressechefs (Verlage S. Fischer, Bertelsmann) Lionel von dem Knesebeck (* 23. September 1938, † 7. Dezember 2014).

Montag, 9. Dezember 2013

Michael Krüger & Christian Ude: Glücklich ohne Amt und Würden?


Oberbürgermeister Christian Ude gratuliert dem Verleger und Schriftsteller Michael Krüger zum 70. Geburtstag nicht uneitel:

„In gewisser Weise sitzen wir im gleichen Boot, auch meine ‚Amtstage’ sind ja gezählt. Aber angesichts Deines Ausscheidens fragt sich die ganze Republik: Wie soll das gehen ohne ihn? Ohne diesen Mann, der den Carl Hanser Verlag zum führenden deutschsprachigen Verlag gemacht hat, mit Nobel-, Büchner- und anderen Preisträgern en masse? Ohne diesen Verleger, der mit so vielen bedeutenden internationalen Schriftstellern befreundet ist, der alle und jeden kennt in der internationalen Verlagslandschaft?
Und wen soll die Stadt einladen, wenn sie einen Laudator braucht, der die Preisträgerin oder den Preisträger seit vielen Jahren gut kennt und brillant die Preisvergabe begründen kann? (Ich habe diese Deine Fähigkeit schon in den 80-er Jahren kennen lernen dürfen, als Du im Schwabinger Bräu zu erläutern hattest, warum ein Schwabinger Mieteranwalt mit dem ersten Münchner Großstadtpreis ‚Die Löwenpfote’ ausgezeichnet wird.)
Wir trösten uns mit dem, was uns (hoffentlich!) erhalten bleibt. Das sind: der vielseitige – und vielfach ausgezeichnete – Schriftsteller, der leidenschaftlich und virtuos mit Worten spielt, der streitbare Kulturkritiker, der begeisternde Redner, der ideenreiche Vermittler und Gestalter kultureller Initiativen, der nimmermüde Kämpfer für die Literatur, für die Belange und die Bedeutung der Kultur überhaupt.
Wir trösten uns also. So gut es halt geht. Und wenn (falls) eines fernen Tages Dein Terminkalender wirklich Lücken aufweisen sollte und Du endlich mit dem Bus in die Stadt fährst und Dich in ein Kaffeehaus setzt und Menschen beobachtest – das ist, so lese ich, was Du Dir wünschst –, dann würde ich gern dazukommen, und da würden wir dann sitzen, einfach zwei glückliche Männer ohne Amt und Würden.
Auf diesen Tag freue ich mich jetzt schon. Fürs Erste wünsche ich Dir einen furiosen, aber nicht allzu ermüdenden Endspurt im Verlag und ein rauschendes Geburtstagsfest.“

(Foto anläßlich der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Februar 2014 an Krüger: Michael Nagy/Stadtpresseamt)

Freitag, 8. Juni 2012

Making books in 1947

Freitag, 19. November 2010

Old media in Unterföhring

Einmal jährlich, natürlich zur Bücherschau und nicht ganz zufällig auch mehr oder weniger anläßlich des Geburtstags seines Masterminds Christian von Zittwitz lädt der „BuchMarkt“ zum „Fachgespräch“ in eine Unterföhringer Vinothek, und alles, was im Buchhandel mal etwas zu sagen hatte – oder daran arbeitet – folgt dem Ruf.
Das Wichtigste an diesem Freitagmittag sind nicht die neuesten Gerüchte oder altbekannten Schnurren, das Erfreulichste ist Brunas Menüplan:

Antipasti
Mini-Quiche mit Stängelkohl
Mini-Quiche mit Kürbis und Salsiccia
Törtchen mit Broccoli und Pecorino
Mortadella-Mousse mit Parmesan-Scheibchen
Spinat-Flan

Primi
Ravioli gefüllt mit Fleisch und Gemüse und Bratensoße
Risotto mit Lauch und Käse

Secondi
Hühnerbrust mit Kräutern gefüllt
Geschnetzeltes vom Rind mit Kürbis und Rotwein

Contorni
Feld-Radicchio
Weiße Bohnen in Tomatensoße

Dessert
Baiser mit Waldfrüchten und bittere Schokolade

Montag, 18. Oktober 2010

Ausverkauf bei Kitzinger?

Keine Sorge, jetzt schließt nicht auch noch mit Kitzinger ein weiteres Antiquariat im Univiertel. Vielmehr handelt es sich bei der provokativen Schaufen-sterge-staltung um eine „künstle-rische Intervention“ des Leipzigers Christoph Ruckhäberle im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Die Grammatik des Buches“, bei dem sich Künstler mit dem Thema Buch auseinandersetzen.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Von der Basis beehrt

Hoher Besuch am Nachmittag: Detlef Gang von der Basis-Buchhandlung auf Überraschungsvisite in unserem Laden. Er ließ es sich natürlich nicht nehmen, via Plastiktüte für sein Geschäft zu werben. Ganz schön dreist, zum Glück war gerade kein Kunde, den er hätte abwerben können, im Laden. (Dabei schicke ich doch schon die paar, die wir nicht zufrieden stellen können, immer zu ihm in die Adalbertstraße).

Sonntag, 30. Dezember 2007

Wucherboulevard

Nichts gegen die lieben Kollegen vom Büchermarkt 69 in der Türkenstraße, aber für drei Euro kriegt man bei uns nicht ein, nicht zwei, son- dern drei Taschenbücher! Aber in der Türkenstraße sitzt das Geld auch lockerer.

Freitag, 21. Dezember 2007

Die Emanzipation? Nebbich!

Mindestens einmal täglich hält man uns für den Frauenbuchladen. Und wundert sich über die neue Inneneinrichtung, beharrt hartnäckig darauf, hier Bücher bestellt zu haben oder will – wie heute morgen – mich aus meinem Laden herausschmeißen, weil man sich empört, was ein Kerl wie ich im Frauenbuchladen verloren hätte... Zwar liegt der Frauenbuchladen nur ein paar Häuser weiter, aber die Verwechslung hat mich doch irritiert. Wie kann man deren Sortiment mit unserem verwechseln? Bis ich mal einen Blick in deren Schaufensterauslage warf: Ein Bildband mit sexistischen „Vogue“-Bildern, eine Biografie des Obermachos Humphrey Bogart, die Frauenbewegung ist auch nicht mehr das, was sie mal war...

(Foto: professor frenchie/flickr)

Donnerstag, 13. Dezember 2007

Buchladen statt Buchhändler des Monats!

Heute kam das Beleg- exemplar vom „Buch- Markt“, und ich darf daher korrigie- ren, daß ich keines- wegs zum „Buchhändler des Monats“ gekürt worden bin, sondern „100 Tage Bücher“ zum „Buchladen des Monats“, was es irgendwie viel eher trifft.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Buchhändler des Monats

Dem online veröffentlichten Inhaltsverzeichnis konnte ich nichts dergleichen entnehmen, aber wie gewöhnlich gut unterrichtete Kreise berichten, werde ich im aktuellen Heft des Branchenblatts „BuchMarkt“ tatsächlich als Buchhändler des Monats porträtiert. Leider habe ich das Heft selbst noch gar nicht sehen können. Wer also ein Exemplar hat, verdient sich die Aufnahme in meine persönliche Ehrenlegion, wenn er es mir vorbeibringt oder zumindest den Artikel einscannt und zumailt.

Mittwoch, 5. Dezember 2007

Gutsherrenallüren im Literaturhaus

Eine Jerry-Cotton-Party nächstes Jahr, die Eröffnung einer 50er-Jahre Revue heute abend, das Münchner Literaturhaus schwelgt gerne in vergangenen Zeiten. Das scheint sich auch auf den Führungsstil des Hauses niederzuschlagen. Wie gestern in der „Süddeutschen Zeitung“ zu lesen war, wurde am Sonntag eine Veranstaltung mit dem begnadeten Schandmaul Wiglaf Droste abgebrochen, weil Droste sich „beleidigend und boshaft“ über das Literaturhaus und seinen Chef Reinhard Wittmann geäußert hätte. „Dann ließ er (Droste) sich aus über den bayerischen Dialekt von Literaturhaus-Chef Reinhard Wittmann; außerdem habe dieser, als er sich über die seiner Meinung nach 'miesen Bedingungen' bei der Lesung beschwerte, gesagt, er, Droste, solle nicht vergessen, dass er Kochbücher schreibe, keine Buddenbrooks.“ Souveränität sieht anders aus. Als Wiglaf in meinem Auftrag in der Titelgeschichte eines „Tagesspiegel“-Supplements den Roman des „Tagesspiegel“Herausgebers Karasek verriß, gab es nicht viel mehr als ein Kopfschütteln. Aber wie man schon bei der Diskussion um die Restauration im Literaturhaus sah, regiert Wittmann Wichtigmann gern nach Gutsherrenmanier.

Sonntag, 2. Dezember 2007

So kann man es auch machen

Unsere Freunde vom Büchermarkt in der Türkenstraße 69.

Deutschlands mächtigste Buchhändlerin

Die „100 einflußreichsten Menschen Deutschlands“ stellt die „Bunte“ in ihrer aktuellen Ausgabe vor, und auf Platz 15, noch vor Josef „Peanuts“ Ackermann, Frank „F.A.Z.“ Schirrmacher, Wendelin „VW-Porsche“ Wiedeking, Günter Grass oder dem Papst, thront Nina Hugendubel. Sicherlich eine reizende Frau, aber vielleicht nicht ganz mit wirtschaftlicher Fortüne ausgestattet, sonst hätte Hugendubel nicht unter ein Firmendach mit dem Weltbild-Konzern der katholischen Kirche schlüpfen müssen. Aber die lieben Kollegen im Arabellapark kennen sich mit Deutschlands mächtigsten Menschen sicher besser aus als ich und loben, Nina Hugendubel habe „aus Buchhandlungen öffentliche Lifestyle-Salons mit Espressobar gemacht“. (Der süße, nette, durchaus erfolgreiche Nachwuchsautor und Freizeitkicker Moritz Rinke hat es übrigens auf Rang 82 geschafft. Fehlt nur noch der Literaturnobelpreis.)

Samstag, 1. Dezember 2007

Die gelben Bücherengel

Die Kollegen von Zweitausendeins lassen sich ihre Ware von der Post liefern... Fehlt nur noch, daß Gottschalk für sie wirbt.

Mittwoch, 28. November 2007

Willkommen im Club

Das Angebot, in die Türkenstraße zu expandieren, war verführerisch. Da ich aber noch an meiner Bilokation arbeite, haben wir die Räume dann doch lieber unserem Augsburger Kollegen und Fankurvenfreund Christian überlassen, der am Samstag für sechs Wochen seinen Büchermarkt 69 eröffnet, den ich mir straighter und cleaner vorstelle als unsere kleine literarische Wundertüte. Einige meiner liebsten Kunden haben dort bereits als studentische Aushilfsbuchhändler angeheuert, womit einer freundschaftlichen Zusammenarbeit nun wirklich nichts mehr im Wege steht.

Sonntag, 25. November 2007

Langhans labert weiter

Die Blumenbar an und für sich war noch eine wunderbare Guerillalocation, ein nicht lizensierter Club in einer Privatwohnung am Viktualienmarkt, in der ich etwa eine wunderbare Lesung mit Helge Timmerberg erleben durfte. Aber dann wurde ein kommerzieller Kulturzirkus für die Pillenbibis von heute daraus, mit Wolfgang Farkas mittendrin, der zwischen Schwanthalerhöh und Kammerspielen geschickt seine Interessen als Verleger, freier Journalist und käuflicher PR-Mann verwob und gern auf der Skandalwelle surft. Nach Tom Kummer ist jetzt Rainer Langhans die nächste Mediensau, die Farkas durchs Dorf treibt: Im Frühjahr erscheint dessen Autobiographie im Blumenbar-Verlag. (via „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“)

Update: Im neuen „Kultur Spiegel“, der Programmmagazin-Beilage für Abonnenten. greint Farkas im Rahmen einer Geschichte über Kleinverlage, die sich verkauft haben: „Wir wußten nie, wie hoch das Gehalt sein würde, das wir uns am Ende des Monats auszahlen konnten“ – hm, das können wohl auch die meisten Einzelhändler und Freiberufler von sich sagen. Aufschlußreich auch, daß der neue Blumenbar-Investor Peter Smeets bereits jetzt ankündigt, maximal fünf Jahre mitzumachen und dann seine Anteile an größere Investoren verkaufen zu wollen. Da kann man sich denken, mit welchen Mitteln die Braut aufgehübscht werden soll...

Dienstag, 20. November 2007

Die Buchhändlerin


Als ich gestern Ruth Schöllhammer bei der Vernissage davon erzählt habe, hat sie noch gelacht. Dabei wäre es der Scoop: Ich nutze die verbleibenden 43 Tage – tagsüber wie auch nach Ladenschluß – für eine Reihe erotischer Fotoaufnahmen in der Buchhandlung und zur Buchmesse bringen Benedikt Taschen und ich dann den Trash-Porno-Bildband „Die Buchhändlerin“ heraus, um die Branche mal etwas frischer, lebensfroher darzustellen...

(Foto: Liz Henry/flickr)

Sonntag, 18. November 2007

Leitmodell (1)

Wenn man an Buchhändler denkt, hat man immer so ein vorgefertigtes Bild vor Augen. Aber gerade eben hat mich eine Studentin Coco daran erinnert, daß Hugh Grant in „Notting Hill“ einen Kollegen spielt – wenn auch einen mit weit skurilleren skurrileren Kunden und weit attraktiveren Kundinnen. Da macht der Job gleich doppelt Freude...

Bücherfetisch

Gesehen auf der Münchner Bondage Bücherschau.