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Donnerstag, 10. Dezember 2009
Noch 22 Tage
Sonntag, 25. Oktober 2009
Jägerlatein
Sammler, Antiquare und andere Profis flunkern gern, wenn sie bei uns einkaufen. Sei es, um den Preis zu drücken, sei es, um unschuldiger dazustehen. Gestern waren gleich zwei dieser Wale im Laden, erkannten sich auch gegenseitig, würdigten einander keines Blickes und logen – mutmaßlich – munter darauf los. „Ich suche für meine Mutter etwas über Porzellan“. Das klingt einfach preisdrückender als wenn man etwa gleich ausplaudern würde, daß man Spezialist für deutsches und französisches Biskuitporzellan des 18. und 19. Jahrhunderts ist und einem genau dieses eine Buch in der Sammlung fehlt. Noch schöner die Frage nach Büchern aus dem „III. Reich“, denn man hätte einen Freund in Israel, der so etwas sammelt. Besser als wenn man sich zu einem unverbesserlichen, aber stinkreichen Nazikunden bekennen müßte.
Samstag, 19. September 2009
Noch nicht geöffnet, aber schon beschert
Donnerstag, 27. Dezember 2007
Keine Panik
Freitag, 21. Dezember 2007
Dreingabe mit Stil
Manche Kunden schenken mir ihren Körper, andere spendieren mir einen Cappuccio von gegenüber oder sonst was Schönes. Gestern überraschte mich ein ganz besonders liebenswerter Stammkunde mit diesem Büchertablett. Sonst stehe ich nicht so auf Haushaltsnippes, aber das ist ziemlich geil. Allein schon wegen der Autoren der darauf abgebildeten Bücher: Joseph Brodsky, Jurek Becker, Peggy Guggenheim, Heinz Berggruen, Erich Fried, Ernest Hemingway...
Roberts Retro-Radio
Freitag, 14. Dezember 2007
Wahre Stammkunden verraten einem, ...
... wo ihre 24-jährige ukrainische Flamme als Stripperin arbeitet. Wann ist mein nächster freier Abend?(Foto: Photolarte/flickr)
Mittwoch, 12. Dezember 2007
Samstag, 8. Dezember 2007
Jäger des verlorenen Schatzes
Der Adventstrubel hat auch uns erreicht, ständig ist was zu tun, dann schneien dauernd noch Freunde herein, da vergesse ich schon einmal, die Vorratskisten mit den Ansichtskarten wieder wegzuräumen, nachdem ich die Ständer nachgefüllt habe. Mitten auf dem Tisch mit den Kunstbildbänden. Gemerkt habe ich es auch nur, weil sich plötzlich immer mehr Kunden dahin drängten. Meine Panne hat bei ihnen Schatzsucherfieber ausgelöst...
Miss Sophie & Reinhard Hauff
Angelockt haben ihn offenbar unsere „Dinner-for-one“-Karten auf der Straße, die Reinhard Hauff nahezu komplett aufkaufte. Dann entdeckte er den Kartentrog im Laden und kaufte noch einen Schwung anderer Motive. Dann fand er auch noch bei den Reisebüchern die Ansichtskarte einer schönen gotischen Kathedrale. Und so kam er ein ums andere Mal an die Kasse, um seine neuen Funde zu bezahlen. Nur als er letztendlich auch noch eins unserer Arno-Schmidt-Poster kaufen wollte, mußte ich ihn abweisen. Die sind unverkäuflich. Ich schenkte es ihm.
Freitag, 7. Dezember 2007
Bad München
„Das ist typisch München. Wenn man furzt, wissen alle, wo man am Tag zuvor die Bohnen gekauft hat.“ Ein mir unbekannter Kunde, als sich herausstellt, wie viele Verknüpfungen es zwischen ihm, Marc, Hans und mir gab.
Donnerstag, 6. Dezember 2007
Santa was here – und sie beweist Geschmack
Manch einen stört die Anonymität im Netz, während ich es durchaus prickelnd finde. Seien es die anonymen Kommentar- nymphen, die sich vor Ort im Laden nie zu erkennen geben trauen, oder wenn ich erst im Nachhinein erfahre, daß ich mit mawa vom Isarstadt-Blog in einem Raum saß, oder wenn ich eine anonyme Nikolausüberraschung finde. In der Auslage vor dem Laden, an mich adressiert.
Leider kein singulärer Liebesbeweis, stilletaeterin scheint das notorisch zu machen, aber zumindest hat sie ihre Serientat personalisiert und trotz aller Fixierung ein sehr treffendes Geschenk gefunden, daß sich – um meinem strengen Ruf gerecht zu werden – höchstens vielleicht in einem hochhackigen Lacklederstiefel besser gemacht hätte als in einem selbstklebenden Fensterkuvert – das natürlich aufreizende Einblicke bot. Andererseits wäre der Stiefel längst geklaut worden, bevor ich es mitbekommen hätte.
Montag, 3. Dezember 2007
Schluß mit den Floskeln
„Soll ich Ihnen die Bücher in eine Plastiktüte packen?“, pflege ich bei diesem Wetter desöfteren anzubieten, und in neun von zehn Fällen antwortet der Kunde darauf: „Wenn Sie eine da haben.“ Hallo, jemand im Oberstübchen zu Hause? Hätte ich sonst eine angeboten?
Dienstag, 27. November 2007
Samstag, 24. November 2007
Dienstag, 20. November 2007
Mittwoch, 14. November 2007
Flucht vor dem Medienrummel?
Ursprünglich sollte der kleine Artikel über unseren Laden Samstag abgedruckt werden, und ich hatte mich schon darauf eingestellt, den ganzen Tag die Popa-Show abzuziehen. Aber wie ich aus meiner eigenen Zeit beim Berliner „Tagesspiegel“ weiß, wird so etwas gern geschoben. Also erschien es gestern, Dienstag. Ausgerechnet an dem Tag, an dem ich immer mittags gehe, um meine Patenkinder von der Krippe abzuholen. So hat meine Aushilfe die ganze Aufmerksamkeit der „SZ“-Leser abbekommen, na ja, zumindest die am Nachmittag. In der Früh kam nur ein altes Muttchen vorbei, mit dem sorgfältig ausgeschnittenen Porträt in der Hand, darin die Adresse rot unterstrichen. „Ist das hier richtig“, fragte sie bang, stöberte dann im Laden und ging mit einem Krimi für einen Euro. Bei über 600.000 Lesern rechne ich das Umsatzziel nach der Veröffentlichung gerne hoch. Heute darf ich nun auch noch außer der Reihe bei den Kiddies einspringen und bin wieder ab 15 Uhr weg. Aber zum Glück sind Eric und ich nicht so leicht zu verwechseln. Der Pfeife schmauchene Franzose ist meine Vertretung, während es sich bei dem gelbe Fluppen rauchenden, langen rumänischen Lulatsch um den aus Film, Funk, und Fernsehen berühmten Buchhändler auf Zeit handelt.
Samstag, 3. November 2007
Undankbarer Balg!
Donnerstag, 25. Oktober 2007
Unifrischlinge
Die Vorlesungen haben begonnen und zusehends schwemmt es Erstsemester in den Laden. „Haben Sie Bücher zu Philosophie... Theologie... Soziologie“, lautet die Eingangsfrage, und in der Regel erwidere ich: „Nicht viel“, führe die Studenten in unsere akademische Ecke und fange an, unsere wenigen, aber zuweil lesenswerten Einzelstücke wie Jean Rodonis „Dictionnaire Républicain et Révolutionnaire“, Klaus Manns „Heimsuchung des europäischen Geistes“, „Das Bambi-Syndrom – Jagdleidenschaft und Misanthropie in der Kulturgeschichte“ oder die Ausgabe des „Journal of applied behavioral science“ zu „Organizational Consultation“ anzupreisen. Nur um die gelangweilten Frischlinge sagen zu hören: „Nein, nein, ich meine den Grundkurs Philosophie... das Skript Soziologie... die Einführung Theologie.“ Liebe Abiturienten, das sind keine Bücher zu Philosophie, Theologie oder was auch immer, sondern die Reader's Digests für angehende Akademiker. Holt Euch das bitte in Copy Shops oder bei den wohlsortierten Kollegen der Schelling- und Türkenstraße.(Die Karte gibt's bei uns für 50 Cent!)
Donnerstag, 11. Oktober 2007
Vom Vinyl auf die Bühne
Bei den Büchern habe ich eine Ahnung, was wir in unserem Laden führen. Schließlich habe ich sie alle ausgepackt und einsortiert. Auch wenn ich mir natürlich nicht alle Titel merken konnte (und wollte), habe ich eine Vorstellung davon, was wir wohl haben könnten. Ganz anders bei den Vinylscheiben, die schon präsentierfertig in zwei Plastiktrögen hier eintrafen. Bisher fehlte mir die Muse, sie einfach so mal zu sichten, aber immer, wenn ein Kunde eine Schallplatte kauft, wundere ich mich über das eine oder andere Achtziger-Jahre-Artwork oder stelle verblüfft fest, welche Schätze wir da haben. So auch heute, als eine Käuferin das Album „Nougayork“ bezahlte. Wer Claude Nougarro mag, wird frankophil sein, sagte ich mir, und wies sie gleich auf unsere Abteilung französischersprachiger Bücher hin. Aber sie schien sich nicht wirklich für Nougarro zu interessieren. „Da spielt Marcus Miller mit, und Aufnahmen, bei denen er mit dabei ist, kaufe ich blind.“ Und empfahl mir gleich Millers Auftritt am 21. Oktober im Nightclub des Bayerischen Hofs. Das Konzert mit Miller an der Bassgitarre und Bassklarinette mit „handverlesener“ Band empfiehlt auch unser lokaler Jazzpapst Ssirus W. Pakzad im „In“.
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